Viele Menschen nutzen die ersten warmen Tage im Jahr, um wieder mehr Sport im Freien zu treiben. Nach längeren Pausen sind Muskeln, Sehnen und Gelenke jedoch oft weniger belastbar, wodurch das Risiko für Verletzungen steigt. Besonders häufig treten Verstauchungen, Prellungen und Blutergüsse auf. Mit der richtigen Erstversorgung und geeigneten Maßnahmen lassen sich Beschwerden meist gut behandeln und Komplikationen vermeiden.
Mit den ersten warmen Frühlingstagen beginnen viele Menschen wieder mit Aktivitäten im Freien, etwa Wandern, Radfahren oder Ballsport. Nach einer längeren Phase mit weniger Bewegung – wie häufig im Winter – sind Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke jedoch oft weniger belastbar. Dadurch steigt das Risiko für Verletzungen deutlich.
Besonders häufig treten sogenannte stumpfe Weichteilverletzungen auf. Dazu zählen Verstauchungen, Prellungen und Blutergüsse. Diese Verletzungen entstehen meist durch plötzliches Umknicken, Stürze oder direkte Stöße gegen den Körper. Viele Betroffene suchen bei solchen Beschwerden zunächst Rat in der Apotheke oder bei Ärzt:innen.
Eine Verstauchung – medizinisch Distorsion genannt – entsteht, wenn ein Gelenk über seine normale Beweglichkeit hinaus gedehnt wird. Dabei wirken starke Zugkräfte auf die Bänder, die das Gelenk stabilisieren. Besonders häufig betroffen ist das Sprunggelenk, etwa wenn der Fuß beim Gehen oder Sport nach innen umknickt.
Durch die Überdehnung können kleine Risse in den Bandfasern entstehen. In schwereren Fällen kann es auch zu einem teilweisen oder vollständigen Riss der Bänder kommen. Typische Beschwerden sind Schmerzen, Schwellungen und eine eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Gelenks.
Je nach Schweregrad kann die Verletzung unterschiedlich ausgeprägt sein. Leichte Verstauchungen verursachen meist nur geringe Schmerzen und kaum Instabilität, während schwere Verletzungen zu deutlichen Funktionsstörungen führen können. Eine Entzündungsreaktion nach der Verletzung ist dabei ein normaler Teil des Heilungsprozesses, kann aber vorübergehend Schmerzen und Schwellungen verstärken.
Nicht jede Verstauchung erfordert sofort eine bildgebende Untersuchung. Es gibt jedoch bestimmte Hinweise, die auf eine mögliche Knochenverletzung hinweisen können. In solchen Fällen ist eine ärztliche Abklärung besonders wichtig.
Eine medizinische Untersuchung sollte erfolgen, wenn:
starke Druckschmerzen direkt über dem Knöchel bestehen
das Auftreten nach der Verletzung kaum möglich ist
nur wenige Schritte ohne starke Schmerzen möglich sind
Schmerzen im Mittelfuß auftreten
Leichte bis mittelschwere Verstauchungen werden heute meist funktionell behandelt. Das bedeutet, dass das Gelenk möglichst früh wieder vorsichtig bewegt wird, anstatt es vollständig ruhigzustellen. Eine gezielte Bewegung unterstützt die Heilung und hilft, die Stabilität des Gelenks wiederherzustellen.
Zur Linderung von Schmerzen und Schwellungen können äußerlich anzuwendende Präparate eingesetzt werden. Häufig kommen Gele mit entzündungshemmenden Wirkstoffen, wie Diclofenac oder durchblutungsfördernden Substanzen wie Heparin zum Einsatz.
Bei schweren Verstauchungen mit vollständigem Bänderriss ist eine ärztliche Behandlung notwendig. In solchen Fällen wird das Gelenk zunächst ruhiggestellt, etwa mit einer Schiene oder einem Gipsverband, bevor schrittweise mit Bewegungsübungen begonnen wird.
Eine Prellung - medizinisch Kontusion genannt – entsteht durch eine direkte äußere Gewalteinwirkung auf das Gewebe, etwa durch einen Sturz, Stoß oder Schlag. Dabei wird das Gewebe gegen Knochen gedrückt und teilweise gequetscht.
Durch diese Quetschung können kleine Blutgefäße reißen. Es kommt zu Einblutungen ins Gewebe und zur Bildung eines Blutergusses. Typische Beschwerden sind Druckschmerz, Schwellungen und eine sichtbare Hautverfärbung.
Je nach Stärke der Einwirkung kann eine Prellung unterschiedlich schwer verlaufen. Leichte Prellungen heilen meist rasch von selbst ab, während stärkere Verletzungen zu deutlicher Schwellung und eingeschränkter Beweglichkeit führen können.
In der Akutphase gilt das sogenannte PRICE-Prinzip, das helfen soll, Schmerzen und Schwellungen zu begrenzen.
Dazu gehören:
Schutz der verletzten Stelle („Protection”)
vorübergehende Ruhe („Rest”)
Kühlung mit Eis oder kalten Umschlägen („Ice”)
Kompression durch einen Verband („Compression”)
Hochlagern des betroffenen Körperteils („Elevate”)
Nach einer kurzen Ruhephase von ein bis drei Tagen sollte vorsichtig mit schmerzfreien Bewegungen begonnen werden. Dies unterstützt die Heilung und hilft, die Funktion des Gewebes wiederherzustellen.
Ein Bluterguss (Hämatom) entsteht, wenn Blutgefäße verletzt werden und Blut ins umliegende Gewebe austritt. Häufig tritt ein Bluterguss als Folge einer Prellung oder Verstauchung auf.
Typisch ist eine sichtbare Verfärbung der Haut. Diese verändert im Laufe der Heilung ihre Farbe von blau oder violett über grün bis gelb. Dieser Farbwechsel ist ein normaler Teil des Heilungsprozesses und zeigt den Abbau des Blutfarbstoffs im Gewebe an.
Oberflächliche Blutergüsse heilen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen vollständig ab. Tiefere Hämatome können jedoch länger bestehen und unter Umständen zu Komplikationen führen.
Bei Blutergüssen steht die Förderung des Abbaus des eingetretenen Blutes im Vordergrund. Häufig werden Gele oder Salben mit Heparin verwendet. Diese können die lokale Durchblutung verbessern und den Abbau des Blutergusses unterstützen.
Auch pflanzliche Präparate mit Arnika können eingesetzt werden. Sie wirken entzündungshemmend und können den Heilungsverlauf unterstützen. Wichtig ist, dass solche Produkte nur auf unverletzter Haut angewendet werden.
Neben klassischen Schmerz- und Entzündungshemmern kommen auch pflanzliche Wirkstoffe zum Einsatz. Besonders gut untersucht ist der Einsatz von Beinwell. Extrakte aus der Beinwellwurzel können Schmerzen lindern und die Beweglichkeit bei Verstauchungen verbessern.
Auch Arnika zählt zu den bekanntesten pflanzlichen Mitteln bei stumpfen Verletzungen. Studien zeigen, dass arnikahaltige Präparate Schmerzen reduzieren können. Weitere pflanzliche Stoffe wie Ingwer oder Kurkuma zeigen entzündungshemmende Eigenschaften, werden jedoch derzeit noch wissenschaftlich untersucht.
In bestimmten Situationen ist eine ärztliche Untersuchung unbedingt erforderlich. Dies gilt insbesondere, wenn sich die Beschwerden rasch verschlechtern oder ungewöhnliche Symptome auftreten.
Eine ärztliche Abklärung ist notwendig bei:
rasch zunehmender Schwellung oder Ausdehnung eines Blutergusses
starken Schmerzen trotz Behandlung
Taubheitsgefühlen oder Kribbeln
Verdacht auf Knochenverletzungen
Blutergüssen unter Einnahme von Blutverdünnern
Diese Anzeichen sollten rasch abgeklärt werden.