Als Hausarzt unterstütze ich die Behandlung im laufenden Kontakt mit meinen Patient:innen. Viele Patient:innen mit atopischer Dermatitis können zu Beginn von Allgemeinmediziner:innen bzw. von Kinderärzt:innen betreut werden. Mit zunehmender Verschlechterung der Symptome und wenn es unter der Behandlung zu keiner Besserung mehr kommt, wird aber ein:e Hautärzt:in hinzugezogen.
Bei der atopischen Dermatitis, auch als atopisches Ekzem bzw. früher als Neurodermitis bezeichnet, ist die Haut gerötet, schuppig und trocken. Vor allem der starke Juckreiz, der damit einhergeht, kann die Betroffenen zur Verzweiflung bringen.
Etwa zehn Prozent aller Kinder und knapp unter zwei Prozent der Erwachsenen leiden unter der chronischen Hauterkrankung.
Bei der Entstehung der Erkrankung spielen genetische Faktoren eine wichtige Rolle. Häufig, aber nicht immer, kann bei der Untersuchung eine erhöhte Allergieneigung („Atopie“) festgestellt werden.
Ein wichtiger Aspekt für eine möglichst gute Lebensqualität ist - neben der Therapie und der Hautpflege - das Identifizieren und Vermeiden von Auslösern, die zu einer akuten Verschlechterung der Symptome führen können. Solche Auslöser oder Trigger können Schwitzen, emotionaler Stress und Angst, Kälte und Trockenheit und rasche Temperaturwechsel sein. Manchmal führen auch bestimmte Inhaltstoffe in Seifen und Waschlotionen, Parfums und Kosmetika, Zigarettenrauch und synthetische Kleidungsstücke zu Krankheitsschüben. Wenn eine allergische Komponente, z.B. gegen Pollen, Hausstaubmilben, oder bestimmte Nahrungsmittelallergene festgestellt wurde, sind Allergen-vermeidende Maßnahmen wichtig.
SYMPTOME BEI ATOPISCHER DERMATITIS
Manchmal:
Die Behandlung richtet sich nach der Stärke der Beschwerden und dem Alter der Betroffenen. Grundlage ist immer die sogenannte Basistherapie, bei der es darum geht, den Feuchtigkeitsverlust über die äußeren Schichten der Haut zu Vermindern. Dazu werden Badezusätze, Salben, Cremes und Umschläge mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen eingesetzt. In der medikamentösen Therapie kommen Salben oder Cremes mit unterschiedlich starkem Kortison oder alternativen Wirkstoffen zum Einsatz. Wenn dadurch kein ausreichender Behandlungserfolg erzielt werden kann bzw. für schwere Fälle, stehen Hautärzt:innen neben einer speziellen UV-Lichttherapie auch eine Vielzahl von etablierten oder neueren Medikamenten in Tablettenform oder als auch Fertigpen/Fertigspritzen zur Injektion in das Unterhautfettgewebe zur Verfügung.
Die Hausarztpraxis ist die erste Anlaufstelle bei Symptomen wie Juckreiz und Hautausschlag. Je nach Schweregrad wird Sie Ihr:e Hausärzt:in selbst behandeln oder Sie an ein:e Fachärzt:in für Dermatologie überweisen. Gleichzeitig bestehende Erkrankungen, wie Asthma, Nahrungsmittelallergie oder Depression können ebenfalls in der hausärztlichen Praxis versorgt werden.
Das Gesundheitstelefon 1450 bei gesundheitlichen Fragen, auch in der Nacht und am Wochenende. Zu häufigen Gesundheitsthemen in der Hausarztpraxis können Sie sich außerdem unter www.kronemed.at informieren. Im Internet steht Ihnen mit dem Gesundheitsportal unter www.gesundheit.gv.at ein umfassendes Info-Angebot zur Verfügung.
Hautärzt:innen sind Spezialist:innen für die Behandlung der atopischen Dermatitis, bei der ein breites Spektrum von Optionen zur Verfügung steht. Dieses Spektrum reicht von Kortison zum Auftragen oder in Tablettenform über kortisonfreie Cremes bis hin zur Therapie mit speziellen Lichtstrahlen und wird laufend durch neue, spezifisch wirkende Medikamente ergänzt.
Über 80 Prozent der Patient:innen mit atopischer Dermatitis entwickeln die Erkrankung vor dem fünften Lebensjahr. Kinderärzt:innen spielen daher eine zentrale Rolle in der Versorgung. Vor allem Säuglinge benötigen eine speziell abgestimmte Therapie, z.B. von Salben und Cremes, weil sie die Wirkstoffe anders aufnehmen und im Körper verarbeiten als erwachsene Patient:innen.
Ihre Apotheke ist, so wie Ihre Ärzt:innen, Ansprechpartnerin, wenn es um die Medikamenteneinnahme geht. Zudem können Sie sich über den Einsatz pflanzlicher Heilmittel beraten lassen. Wer unter einer chronischen Erkrankung leidet, sollte auch den Einsatz von rezeptfreien pflanzlichen Arzneimitteln vorab mit dem/der Hausärzt:in besprechen.
Viele Ambulanzen bieten spezielle Schulungen für Eltern, Kinder und Jugendliche an. Ziel ist es, den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen und Strategien für mehr Lebensqualität und geringere psychische Belastung in der Familie zur Verfügung zu haben. Eine Neurodermitis-Schulung wird auch von manchen niedergelassenen Haut- und Kinderärzt:innen angeboten.
